02.11.2019

Tächa in Nepal - Music House Kirtipur/Kathmandu

Tächa ist eine eigenständige naturnahe Musikgruppe. Maximal verspielt. Geerdet. Grundsätzlich immer offen für die kulturelle Zusammenarbeit.
Gastmusikerinnen gehören zum Repertoire.

in NEPAL
Der 27. Oktober 2019, ein S o n n t a g.

Der Ruhetag ist in Nepal am Samstag.
Unsere Tächa Expedition zu unseren lieben Freunden im Music House Kirtipur endet in Dhulikel, 30 Kilometer von Kathmandu.
Ich habe gut, tief und lang geschlafen.
Bruno und André hatten eine eher unruhige Nacht.
Das Erlebte wühlt auf und der Arbeitsalltag in der Schweiz klopft an die Tür.
Wer kann schon ganz im Hier & Jetzt sein. Wir sind keine Kinder mehr und wurden zum Pflichtgefühl erzogen. Ein Gedanke genügt und wir schlafen unruhig.
Bruno hat Marina, André Monika, die sie auch hier begleiten. Unsere Reisegruppe besteht ausserdem aus Kurt, Barbara, Melanie & Maria. Einzelzimmer haben ich, Barbara und Kurt.
Unterdessen brauche ich Zeit um allein zu sein und ich schreibe in mein Notizheftli, das mir Susanna auf dem Weg nach Domodossola geschenkt hat. Mein Notizort ist atemberaubend schön. Unser Hotel am Hang auf vielen Ebenen mit duftenden Blumengärten, Treppen und verwinkelten Wegen auf und ab, hin und her. Heerscharen von Zikaden sorgen für die Begleitmusik. Ein Schwarm Raubvögel kreist über dem Bambusmischwald. Ein weites berghügeliges Tal zu unseren Füssen, dahinter als endloser Horizont das Himalaya Gebirge mit dem ersten 8tausender, der Shisha Pangma.
Die Luft klar frisch im Himmelblau. Die Heimat rückt näher. Schleierwolken.
Ich bin überwältigt, meine Seele offen wie ein Tenntor.
Die Ankunft im Music House am Dienstag, dem 22. Oktober 2019 war herzergreifend. Ich musste grännen. Auch dort frische Luft und klares Wetter, wie orchestriert für uns. Unvergesslich.
Es wehen viele andere Geister hier. Die Menschen sind bescheiden in ihrer Schicksalsergebenheit. Ganz gegenteilig zur reichen überorganisierten Schweiz, wo der Wettbewerb sich mit dem Kleingeist verbindet und Rechtfertigungen einen grossen Teil vom Gespräch einnehmen, weil wir so gerne an einander herumnörgeln.
Es geht uns gar nicht gut. Wir werden seelisch krank, inzwischen auch immer häufiger junge Menschen, und bringen uns selber um. Seelische Armut breitet sich aus, Wertschätzung wird vergessen. Schon viel zu lang regiert das Geld, und es klebt an unseren Händen, füllt unsere Sparkonten, wird investiert in noch mehr Besitz, Infrastruktur, Service Public. Das alles führt zu Regelwerken, die bald jeden Arbeits- und Lebensbereich durchdringen und bestimmen. Eifrig, eifrig wird gehorcht, genickt. Partnerlook gegen die Angst. Wer kann da noch selbst sein? Musiker, Künstler, Unbeirrbare, Menschen mit Bauchgefühl und gutem Empfang und Schaffensdrang. So sind wir auch und bauen auf Solidarität, sind spontan und frech. Meine Direktheit wird zum Vorwurf. Das Kind wird massgeregelt sonst funktioniert unser Vorzeigesystem nicht mehr. Abblätternde Fassaden sind uns ein Gräuel. Inhalte privat, oft vergessen und verschwunden.
Wenn Leere ein Ziel vom Buddhismus ist, was bedeutet sie in unserem Alltag?
Wenn ich spiele, singe mit jemandem sind wir auf Augenohrenhöhe und die Lebensfreude erwacht. Worte sind manchmal viel zu schwach.
Wir haben miterlebt wie Angehörige ihre Toten verbrennen. Unfassbar und irgendwie beruhigend. Das lockt viele Einheimische an, deren Leben von Leiden bestimmt wird, und sie finden vorübergehend etwas Trost mit den Affen und heiligen Kühen, die vom Anzündstroh fressen und sich wieder aus dem Staub machen. Bei uns ist der Tod unsichtbar.
« MENGISCHT GÄHN EIM D OUGEN UF UND DS LIECHT TUED WEH, MU GSEEHD GENG MEH…..GANG DY WÄG S GEID ALLS VERBYN UND MOREN WIRD HYT GESCHTER SYN.» Alpsägen CD Tächa flyg, CD Tächa & Eunan McIntyre Live
P.S. André übt neuerdings auf seinem Dunchen, dem Tempel(alp)horn in den tibetanischen Klöstern und Teil der Nepalwelt.
Om!
















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