26.02.2020

Wovon wir leben

Ab und zu höre ich die Frage «Lebst du von der Musik?». Ich lebe für die Musik und das Zusammenleben, bin mitten drin.

Das ist kaum zu verstehen in einer materiellen Welt, wo alles in Zahlen beschrieben wird und Erfolg mit Anhäufung von Besitz in Zusammenhang gebracht wird. Ich würde fragen «Wie lebst du?».

Es geht um Qualität, um den bewussten Umgang mit Zeit und Schaffenskraft.

Rechnungen werden bezahlt. Mit Geld. Tauschhandel ist eine Alternative, wird aber kompliziert wenn es um Steuern, Versicherungen und andere Aufwendungen geht, die administrativ abgewickelt für alle gleich eingerichtet sind. Daraus resultiert das E-Banking. Losgelöst von persönlichen Begegnungen kommen wir anonym digitalisiert unseren fiskalen Verpflichtungen nach. Dank dem Kontostand.

Und hier zeigt sich ein kulturelles Phänomen, es stellt sich die Frage nach Beziehung und Begegnung. Wo fängt das alles an und wo hört es auf?

Ewige Veränderung.

Am Anfang blendet uns das Leben, bis wir allmählich klare Konturen unserer Umgebung wahrnehmen.

Unser Herzschlag ist die Begleitmusik und bevor wir selbst ausser Atem geraten, gibt uns der Herzschlag der Mutter die Richtung vor, ist Heimat und Ausgangsort.

Wir sind in einer Richtung unterwegs, die uns von vielem trennt und mit anderem zusammenführt. Wir finden vorübergehend ein Zuhause in Beziehung und Begegnung. Alles andere ist Einsamkeit.
Der individuelle Lebensweg erzählt eine einzigartige Geschichte. Wir alle bezahlen unsere Rechnungen und werden beschenkt, wenn das Leben gut zu uns ist. «Wie lebst du?».

Also geht es letztlich um Wertschätzung und wir fühlen uns wohl. Dafür braucht es keinen Beweis. Es spielt keine Rolle, wie oft ich dasselbe tue.

Mit Leib und Seele leben hat Mutter Natur für uns eingerichtet. Wir sind eingeladen zur Leidenschaft, die sogar zu Meisterschaft führen kann.

Dieser hierarchische Ansatz ist ein Stachel im Fleisch, wenn wir dabei immer nur an uns selbst denken. Hier nistet sich der Kleingeist ein, lässt den Vorhang fallen über das grosse Ganze, das wir so nicht verstehen und begreifen können.

Zum Glück weht immer wieder ein starker Wind und der Vorhang öffnet sich vorübergehend bei offenen Fenstern und Türen. Wir brauchen einander und ich spiele gern Musik mit meinen Wegbegleiterinnen. Immer wieder.

Ueli von Allem

Dhulikel Nepal, Herbst 2019

https://www.uelivonallmen.ch/de/blog/27

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